Ausstellung: AI‑Worlding. Artistic research on AI‑generated world models – Museum Angewandte Kunst, Frankfurt
Die Ausstellung vermittelt den Anspruch, die imaginären Konstruktionen künstlich generierter Weltmodelle kritisch zu erforschen – doch stattdessen bleibt sie in ästhetischer Belanglosigkeit gefangen. Die vermeintlich innovativen Visualisierungen wirken gestalterisch uninspiriert und erinnern eher an technische Webgrafiken denn an ein tiefgründiges künstlerisches Statement.
Der kuratorische Ansatz, sich der allumfassenden Thematik der KI‑Weltmodelle zu widmen, bleibt in dünner Allgemeinheit stecken: Der Besucher fühlt sich nicht eingeladen, sondern überfordert durch abstrakte Begriffe wie „Weltmodelle“, ohne dass eine ästhetische Fokussierung erfolgt.
Verglichen mit frühen epochalen Reflexionen über Technik und Wahrnehmung, etwa in Walter Benjamin oder Henri Bergson, fehlt hier jegliche philosophische Tiefenrille. Wo Benjamin noch Dunkelzonen durch Technik aufhellen konnte, bietet diese Ausstellung nur kaltes Leuchten von Bildschirmen ohne Sinn.
Die Spannung zwischen Mensch und Maschine, Pendeln zwischen Verzauberung und Entfremdung, bleibt schwach ausgespielt – die Werke bleiben Flachbild, ohne Körnung, ohne Körper, ohne Fleisch.
In der Kunstgeschichte fand sich gerade in Fragmenten und Bruchstücken die Wahrheit des Unabgeschlossenen: Hier jedoch will alles fertig sein, doch bleibt es leer. Die Ausstellung verweigert den Zynismus des Digitalen ebenso wie dessen Faszination.
Statt eines Erzählraums bleibt ein diffuser Behauptungsraum, der sowohl das Publikum als auch die epistemologische Schärfe schändet. Ein vergeblicher Glanz im Zeitalter der Überproduktion.

