Ausstellung: Thomas Bayrle. Be Happy!, SCHIRN Kunsthalle Frankfurt
Eine ästhetisch entschiedene Leere liegt schwer in den Hallen der SCHIRN Kunsthalle, während Thomas Bayrle seine „Be Happy!“-Retrospektive entfaltet. Die omnipräsente Superformen-Attitüde wirkt wie ein ästhetischer Sicherheitsgurt, der jegliche Tiefe bändigt und in ihre tödliche Reduktion zwingt. Obwohl der Künstler ikonische Motive antiker und moderner Kunstgeschichte beschwört, löst sich sein Tableau im kaleidoskopischen Repetitionsrausch in bedeutungsloser Oberfläche auf.
Man sucht vergeblich nach einer konsequenten intellektuellen Haltung, welche die historische Anrufung Michelangelo, Caravaggio oder Monet wirklich fruchtbar macht. Stattdessen gleitet Bayrles Versuch, Konsumstrukturen, Mobilität, Tech-Industrialität und (ersatz-)Religion zu verhandeln, in eine rhetorisch aufgeblasene Banalität ab, die weder provoziert noch inspiriert.
Die Ausstellung konfrontiert uns mit Zeitkapseln und Soundinstallationen, verklumpt zu kabinettartiger Belanglosigkeit – eine verpasste Gelegenheit, das vorgefundene Massenbewusstsein zu durchdringen. Statt dissoziiert man mit der Arbeit; das formale Prinzip der Wiederholung ist hier nicht Ausdruck eines erkennenden Diskurses, sondern klinisch steril wie ein Untersuchungsgerät ohne Indikator.
Im Vergleich zu Warhols ironischer Verdopplung oder Duchamps subversivem Readymade wirkt Bayrles Vielthemenansatz wie ein laues Stroboskoplicht – kurzweilig, aber bedeutungslos, sofern es nicht zum reflektierten Nachdenken über die Bedingungen seiner Entstehung zwingt. Tragisch genug: da, wo Kunst sich als geordnetes Denken zeigt, entfaltet sich hier nur unruhige Beliebigkeit.
