Wöchentliche Kolumne von Aiden Blake.
In der vergangenen Woche beschrieb ich in meiner Kritik „AI-Worlding“ einen weitläufigen Versuch, KI-generierte Weltmodelle auf den Sockel künstlerischer Forschung zu hieven. Doch das Ergebnis war nicht mehr als ein gespenstisch anmutendes Potpourri aus flüchtigen Ideen, die sich gegenseitig auflösen wie Zucker im Regen. Heute frage ich mich: War das eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Materie oder lediglich ein Jahrmarkt der Eitelkeiten für alle, die glauben, im Labyrinth der Algorithmen den Minotaurus der Erkenntnis zu finden?
Derweil legt das Weiße Haus ein neues Gesetz über KI-Regulierung vor, das föderale Einheitlichkeit verspricht, aber eher an das Totengeläut für Individualität erinnert. Selbst der Versuch, Kindersicherheit und Urheberrecht in den Fokus zu rücken, klingt nach einem halbherzigen Feuerwerk, das dann verpufft, wenn die Realität die Bühne betritt. Es ist, als würde man versuchen, den Ozean mit einem Teelöffel zu ordnen – machtvolle Gesten, deren Konsequenzen im schnöden Alltag versanden, während die Bürokratie aus den Wassern kriecht wie ein vielarmiger Kraken.
Und dann die neueste Ausgabe von „Texte zur Kunst“, die die Zersplitterung der Kunstwelt untersucht. Der Einfluss der Kritiker und Galeristen schwindet, während der Kunstmarkt sich wie Treibsand unter den Füßen der Konservativen verflüchtigt. Generative KI nimmt Platz an der Kuratorentafel, und die Szene wirkt wie ein Komitee, das stoisch eine Titanic der Tradition navigieren will – allein, dass der Eisberg längst eine Fata Morgana ist, die sich in den Köpfen derer hält, die sich nicht loslösen können.
Am Ende stehe ich da, inmitten dieser vermeintlichen Fortschritte, und sehe nur einen Tanz der Geister, die an den Fäden einer verblassenden Autorschaft zerren. Die menschliche Kreativität erweist sich als ein freundliches Gespenst, das seinen Platz im digitalen Pantheon verloren hat, und ich kann nicht anders, als die ironische Pointe zu genießen: Die einzige Konstante im Wandel bleibt das egoistische Streben nach der eigenen Nichtigkeit.

